5 Tipps für ein menstruationsfreundliches Büro
Periode / Menstruation am Arbeitsplatz ist leider nach wie vor ein Tabuthema. Die Awarenessagentur will gemeinsam mit Melanie Zemsauer dazu beitragen, das zu ändern und einen Wohlfühlort für menstruierende Menschen schaffen.

Wie kann ein Arbeitsplatz menstruationsfreundlich sein?
Menstruation betrifft einen großen Teil der arbeitenden Bevölkerung – und ist dennoch bis heute ein Tabuthema im Berufsalltag. Schmerzen, Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder hormonelle Schwankungen werden oft individualisiert, verschwiegen oder bagatellisiert. Das Ergebnis: unnötiger Stress, höhere Krankenstände, stille Überforderung und das Gefühl, „funktionieren zu müssen“.
Ein menstruationsfreundlicher Arbeitsplatz bedeutet nicht Sonderbehandlung, sondern realistische, gesundheitsorientierte Arbeitsbedingungen, die Menschen in ihrer körperlichen Realität ernst nehmen. Davon profitieren nicht nur Mitarbeitende – sondern auch Teams, Führungskräfte und Unternehmen.
Wer ist verantwortlich?
Kurz gesagt: Unternehmen und Führungskräfte.
Nicht einzelne Mitarbeitende müssen sich „outen“ oder erklären, sondern Organisationen sind gefragt, Strukturen zu schaffen, in denen Zyklus, Menopause und hormonelle Gesundheit mitgedacht werden – selbstverständlich, wertschätzend und ohne Stigmatisierung.
5 Tipps für einen menstruationsfreundlichen Arbeitsplatz
von Melanie Zemsauer / all about period. - der erste Periodenladen in Wien
Link zum großen Interview mit Melanie Zemsauer
1. Kostenlose Periodenprodukte zur Verfügung stellen
Die Bereitstellung von Tampons, Binden oder Periodenunterwäsche am Arbeitsplatz reduziert Stress und Unsicherheit im Alltag erheblich. Niemand muss den Arbeitsplatz verlassen oder improvisieren, wenn die Menstruation überraschend einsetzt.
Mehrwert für Unternehmen:
• geringere Fehlzeiten
• höhere Konzentration
• sichtbare Wertschätzung
• gelebte Gleichberechtigung
Unser Beitrag:
Wir beraten Unternehmen bei der Auswahl nachhaltiger Produkte, entwickeln Kommunikationskonzepte für die Einführung und sorgen dafür, dass solche Maßnahmen nicht peinlich, sondern selbstverständlich wirken.
👉 Nachhaltige Produkte empfehlen wir u. a. über all about period – das Fachgeschäft und Kompetenzort rund um Zyklusgesundheit.
2. Jede Toilette mit Mülleimer und Waschbecken ausstatten
Was banal klingt, ist essenziell:
Menstruationsprodukte müssen entsorgt, Menstruationstassen gereinigt und Hände vor und nach dem Wechseln gewaschen werden können. Fehlende Infrastruktur erzeugt Stress und Scham.
Unser Beitrag:
Wir analysieren bestehende Arbeitsräume aus Awareness-Perspektive und integrieren diese Punkte in Safer-Workspace-Konzepte – gemeinsam mit Facility Management und Führungsebene.
3. Ruhe- und Rückzugsräume schaffen
Ein kurzer Rückzug, eine Wärmeflasche, ein Tee oder ein paar Minuten Ruhe können an schmerzintensiven Tagen den Unterschied machen. Solche Räume kommen übrigens allen Mitarbeitenden zugute – nicht nur menstruierenden Personen.
Unser Beitrag:
Wir helfen bei der Konzeption von Rückzugsräumen und entwickeln klare Regeln, damit diese niedrigschwellig, wertfrei und ohne Rechtfertigung genutzt werden können.
4. Flexible Arbeitszeiten ermöglichen
Gleitzeit, Homeoffice oder flexible Arbeitsbeginn- und -endzeiten erlauben es Mitarbeitenden, ihren Arbeitstag an ihre körperliche Verfassung und Zyklusphase anzupassen.
Das ist kein Kontrollverlust, sondern ein Gewinn an Eigenverantwortung, Motivation und Produktivität.
Unser Beitrag:
In Leadership- und HR-Workshops zeigen wir, wie Flexibilität fair, transparent und teamverträglich umgesetzt werden kann – ohne Mehrbelastung für andere.
5. Zyklusgerechte Aufgabeneinteilung ermöglichen
Nicht jeder Zyklus verläuft gleich, aber viele Menschen erleben wiederkehrende Muster:
Phasen hoher Energie, Kreativität und Kommunikationsfreude – und Phasen mit erhöhtem Ruhebedarf oder geringerer Belastbarkeit.
Auch wenn nicht alles planbar ist, schafft eine flexible, dialogorientierte Aufgabenverteilung Entlastung und Selbstbestimmung.
Unser Beitrag:
Wir sensibilisieren Teams und Führungskräfte für zyklusgerechtes Arbeiten, ohne zu stereotypisieren oder zu vereinfachen. Ziel ist nicht Kontrolle, sondern Verständnis, Vertrauen und Selbstorganisation.
Wissen schafft Sicherheit: Information & Workshops
Awareness endet nicht bei Infrastruktur.
Workshops, Lunch-and-Learn-Formate oder externe Inputs zu Zyklusgesundheit, Menopause und hormoneller Vielfalt schaffen Sprache, Verständnis und Normalität.
Unser Ansatz:
Wir verbinden medizinisches Grundwissen mit Awarenessarbeit, Kommunikation und Organisationsentwicklung – praxisnah, respektvoll und ohne Tabus.
Fazit: Menstruationsfreundlichkeit ist Teil eines safer Workspace
Ein menstruationsfreundlicher Arbeitsplatz ist kein Einzelprojekt, sondern Teil einer ganzheitlichen Awarenesskultur. Es geht um Sichtbarkeit statt Schweigen, Strukturen statt Individualisierung und Prävention statt Überforderung.
Als Awarenessagentur begleiten wir Unternehmen dabei, diese Themen professionell, sensibel und nachhaltig zu verankern – zum Wohl der Mitarbeitenden und zum langfristigen Erfolg der Organisation.